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Schon wieder Tote in der JVA Wehlheiden (Kassel)

Nach ersten Informationen sind in den vergangenen Tagen erneut zwei Menschen in der JVA Wehlheiden ums Leben gekommen. Ein Häftling starb in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli aufgrund mangelnder ärztlicher Versorgung im Zentralkrankenhaus der JVA Kassel. In der Nacht zum 16. Juli wurde ein kurdischer Häftling erhängt in seiner Zelle aufgefunden.

Unsere bisherigen Informationen:
Der Gefangene hatte sich bei einem Brand in der JVA Dieburg schwere Brandverletzungen zugezogen. Nachdem er in einer Klinik in Ludwigshafen behandelt wurde, verlegte man ihn in das Krankenhaus der JVA Wehlheiden. Unter Aufsicht des Anstaltsarztes Dr. Bumm verschlechterte sich sein Zustand. Als Pfleger den Arzt darauf aufmerksam machten, bemerkte dieser nur lapidar "Der simuliert nur, da besteht keine Gefahr - der wird schon wieder."
In der Nacht zum Sonntag starb der Gefangene.

Es fällt schwer immer wieder hilflos über die Ereignisse in Wehlheiden zu berichten.

Der Justizvollzug in Kassel steht mit diversen (Mißhandlungs-)Verfahren unter Druck, ebensowenig zeigt der grüne Justizminister Ruppert von Plottnitz besonderes Interesse die unhaltbaren Zustände aufzuklären. Auf einen Fragenkatalog, der auf skandalöse Sicherheitsmängel speziell des Krankenhauses aufmerksam machte, hat dieser bis heute keine Stellung bezogen!

Beim Erstellen dieser Zeilen erreichte uns die Nachricht, daß ein kurdischer Häftling auf der Station B2 der JVA Wehlheiden erhängt aufgefunden wurde ...

Wir fordern die rückhaltlose Aufklärung der Todesumstände!

Wir fordern alle auf, bei den politisch Verantwortlichen und den Ermittlungsbehörden nicht locker zu lassen, damit die Vorgänge nicht wieder vertuscht werden!

Kassel, den 16.Juli 96


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