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»Zentrum für kurdische Kultur und Sprache« in Kassel durchsucht

Am Samstag, den 18.01.1997 wurden ab ca. 13 Uhr die Räume des "Zentrum für kurdische Kultur und Sprache" in Kassel von Polizeieinheiten durchsucht.

Durch ein massives Polizeiaufgebot wurde die Straße weiträumig abgesperrt. Die Polizei stürmte die Räumlichkeiten gewaltsam, sie schlugen Scheiben ein, beschlagnahmten verschiedene Gegenstände, u.a. Kinderbücher, Musikkassetten... Über 40 KurdInnen wurden festgenommen. Von einigen wurden vor Ort Personalien festgestellt, andere wurden ins Polizeipräsidium Königstor gebracht und dort erkennungsdienstlich behandelt. Bis zum späten Abend waren noch nicht alle wieder freigelassen - darunter zwei 15- bzw. 16-jährige Jugendliche.

Wie uns bekannt wurde, fanden auch in anderen Städten Durchsuchungen kurdischer Einrichtungen, sowie Durchsuchungen einiger Privatwohnungen von KurdInnen statt.

Das Vorgehen der Polizei zeigt, mit welchen Repressionen KurdInnen in Deutschland zu rechnen haben. Jede Form von Kommunikationsstruktur und gemeinschaftlicher Organisationen wird unter den pauschalen Verdacht staatsfeindlicher Aktivitäten gestellt. Durch eine immer wieder geschürte PKK-Hysterie werden Repressionen gegen kurdische Versammlungen und Einzelpersonen legitimiert. Der konkrete vorgegebene Anlaß ist dabei im Grunde beliebig.

Wir protestieren auf Schärfste gegen die Durchsuchungen und die Festnahmen am 18.1.97 sowie gegen die repressive Politik gegen Selbstorganisierung von KurdInnen.

Diese Mitteilung geht auch an die HNA. Bitte schickt ebenfalls Protestschreiben an die Presse und faxt uns ggf. eine Kopie zur Kenntnis.


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