Kassel: Drohende Abschiebung nach Pakistan - 8.8.1997
(Ein Brief an den hessischen Minister des Innern)
Wir wenden uns heute an die Oeffentlichkeit wegen der drohenden Abschiebung von Herrn Qamar-Ul Zaman nach Pakistan. Herr Zaman lebt seit 1992 in der BRD, sein Asylfolgeantrag wurde 1996 abgelehnt. Seitdem wird Herrn Zaman von der zustaendigen Auslaenderbehoerde Kassel-Land ein Aufenthaltsstatus verweigert.
Er Zaman lebte von 1993 bis zu seiner Festnahme am 15.07.97 zusammen mit seiner Lebensgefaehrtin in Luebeck. 1996 wurde ihr gemeinsamer Sohn Junad Qamar Pade geboren. Im Dezember 1997 kommt das naechste gemeinsame Kind zur Welt. Fuer die drei Kinder aus der ersten Ehe seiner Lebensgefaehrtin ist Herr Zaman ein Vaterersatz.
Seit zwei Jahren bemueht sich das Paar zu heiraten, was jedoch von Seiten des Luebecker Standesamtes verweigert wird, da die Kasseler Auslaenderbehoerde Herrn Zaman keinen Aufenthaltsstatus bescheinigt, obwohl er in Kassel Sozialhilfe bezieht, sein Aufenthalt in Luebeck von den zustaendigen Behoerden geduldet wird, und seine Vaterschaft in Luebeck anerkannt wurde. Was fuer deutsche Paare ein einfacher und erfreulicher Weg ist - der Weg zum Standesamt - wird einem pakistanisch-deutschen Paar bis zur Unmoeglichkeit erschwert.
Eine Abschiebung von Herrn Zaman wuerde die Familie auf Dauer auseinanderreissen. Es liegt die Bestaetigung des Kinderarztes vor, dass der juengste Sohn psychische Schaeden von der Trennung von seinem Vater tragen wuerde, das zweite Kind wird seinen Vater im Falle einer Abschiebung nie kennenlernen. Die Lebensgefaehrtin von Herrn Zaman waere gezwungen die Verantwortung fuer die Erziehung von 5 Kindern alleine zu tragen.
Wir halten die Abschiebung von Herrn Zaman fuer einen Verstoss gegen die Menschlichkeit und fordern die Auslaenderbehoerde Kassel-Land auf, Herrn Zaman ein humanitaeres Bleiberecht zu gewaehren, das dem Paar die Heirat, den Kindern ein Aufwachsen mit beiden Elternteilen und der Familie ein gemeinsames Leben ermoeglicht.